Die Einweihung der Methanisierungsanlage auf der ehemaligen Deponie Dachsklinge in Sindelfingen setzt einen technisch anspruchsvollen Meilenstein in der regionalen Bioabfallverwertung. Im Verbund mit der neuen Vergärungsanlage in Leonberg entsteht ein geschlossenes System, das Bioabfälle effizient in erneuerbare Energie und hochwertige Nebenprodukte umwandelt.
Bilder: Fotostudio Ebinger
In Leonberg wird aus regionalen Bioabfällen Rohbiogas erzeugt, das nach Entschwefelung über eine 3,3 km lange Gasleitung nach Sindelfingen gefördert wird. Die neue Methanisierungsanlage bereitet das Rohbiogas zu Biomethan mit über 97 % Reinheit auf, und speist es in das öffentliche Gasnetz der Stadtwerke Sindelfingen ein. So entstehen jährlich rund 40.000 MWh erneuerbare Energie, die ca. 2.000 Haushalte mit Wärme versorgt.
Ein technisches Highlight ist die Weiterverwertung des abgeschiedenen CO₂. Statt es als Abluft abzugeben, wird es gereinigt, verdichtet, verflüssigt und anschließend als Wertstoff in Lebensmittelqualität bereitgestellt. Damit entsteht ein zusätzlicher regionaler Rohstoff für Getränkehersteller, Gewächshausbetriebe oder technische Anwendungen, wie bspw. die Verarbeitung zu Trockeneis.
Mit der Inbetriebnahme der Methanisierungsanlage ist der zweite Baustein eines integrierten Bioabfallkonzepts umgesetzt. Die Kombination aus Vergärung, Gasaufbereitung und CO₂-Verwertung zeigt, wie moderne Abfallwirtschaft zu einem aktiven Bestandteil der Energiewende wird – technisch anspruchsvoll, regional verankert und klimawirksam.