Wolfgang Bagin als BVL-Geschäftsführer verabschiedet – Landrat Bernhard würdigt ein halbes Jahrhundert im öffentlichen Dienst

Wiebke Höfer übernimmt Geschäftsführung der BVL

Der Landkreis Böblingen hat Wolfgang Bagin nach über 50 Jahren im öffentlichen Dienst endgültig in den Ruhestand verabschiedet. Bei einer Feierstunde im Landratsamt würdigte Landrat Roland Bernhard die außergewöhnliche Karriere des früheren, langjährigen Werkleiters des Abfallwirtschaftsbetriebs (AWB) und Geschäftsführers der Bioabfallverwertung GmbH Leonberg (BVL).

Foto: Landratsamt Böblingen. Personen v.l.n.r.: Esslingens Landrat Marcel Musolf, Wiebke Höfer, Wolfgang Bagin, Böblingens Landrat Roland Bernhard.

Bereits im Mai 2020 war Bagin aus dem aktiven Dienst beim Landratsamt ausgeschieden. Zu jener Zeit war mitten im Corona-Lockdown eine angemessene Verabschiedung nicht möglich. Aber Landrat Bernhard wußte schon damals: „Bagin und Ruhestand – das passt nicht zusammen“, und knüpfte daran die Erwartung, er möge die Vergärungsanlage in Leonberg neu aufbauen. Diese Vollendung dieser Aufgabe hat dann noch sechs Jahre gedauert, bei der der „Unruheständler“ zu Höchstform aufgelaufen ist.

Wolfgang Bagin begann seine Laufbahn 1973 im neu gegründeten Umweltschutzamt des Landratsamts Böblingen. Über 47 Jahre blieb er dem Haus treu und durchlief zahlreiche Stationen: Er leitete das Kommunalamt, das Baurechtsamt und die Kämmerei, bevor er 1992 die Führung des Abfallwirtschaftsbetriebs übernahm.

Landrat Bernhard hob besonders Bagins Hartnäckigkeit hervor: „Er bringt Aufgaben zu Ende. Rückschläge haben ihn nie entmutigt. Sein Motto war: Wenn dieser Weg nicht geht, suchen wir einen anderen. Und meistens war der andere sogar besser.“

Dies zeigte sich auch beim bisher größten Projekt seiner Karriere: der Bioabfallverwertung GmbH Leonberg. Nach dem Brand der Vergärungsanlage im September 2019 trieb Bagin den Wiederaufbau als Neuanfang voran. „Er hat in den rauchenden Trümmern eine Chance gesehen – für etwas Größeres und Besseres“, so Bernhard.

Die Kooperation mit dem Landkreis Esslingen und den Stadtwerken Sindelfingen war Wolfgang Bagin ein besonderes Anliegen. Er baute Brücken zwischen den Verwaltungen und schuf Vertrauen. Beide Landkreise verarbeiten gemeinsam 60.000 Tonnen Bioabfall zu Energie und Kompost.

Die innovative Vergärungsanlage in Leonberg sowie die daran angeschlossene Methanisierungsanlage in Sindelfingen haben bundesweit Leuchtturm-Charakter. Sie ist die größte Biogasanlage in Deutschland und verwertet in vier Verwertungsprozessen Bioabfälle restlos zu Biogas, CO2 für industrielle Zwecke, Flüssigdünger und Kompost.

„Bagins Charakter hat das Projekt stark geprägt. Der Anlagenkomplex ist Ausdruck seiner kooperativen Haltung, seines kreativen Denkens und innovativen Geists. Die Einweihung vor wenigen Wochen ist die Krönung einer sehr langen Karriere im öffentlichen Dienst. Damit ist er der König der Bioabfallverwertung, von dem viele andere lernen können“, würdigt der Landrat die Leistungen Wolfgang Bagins.

Die Geschäftsführung der BVL übernimmt Wiebke Höfer. Sie ist ein Eigengewächs des Landratsamts und leitete unter anderem als Stellvertreterin kommissarisch das Amt für Steuerung und Beteiligungen, managte während der Pandemie das Kreisimpfzentrum und führte zuletzt das Amt für Finanzen. Ihr wünschte der Landrat viel Glück und Erfolg bei der neuen Aufgabe.

Hintergrund: Bioabfallverwertung GmbH Leonberg

Die BVL wurde am 5. Juni 2019 von den Landkreisen Böblingen (65 Prozent) und Esslingen (35 Prozent) gegründet. Der Landkreis Göppingen beteiligt sich als dritter Partner ab 2027 daran. Die neue Vergärungsanlage in Leonberg verarbeitet jährlich rund 60.000 Tonnen Bioabfall und spart dabei etwa 18.200 Tonnen CO₂ pro Jahr ein. Das erzeugte Biomethan versorgt rund 2.000 Haushalte mit klimafreundlicher Wärme.

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